Putschversuch Türkei: Zwischenfälle auch auf Luftwaffenbasis in Incirlik

Wie in vielen Medien derzeit berichtet wird, kam es letzte Woche Freitag zu einem Putschversuch von Teilen der türkischen Armee gegen den türkischen Präsidenten Erdogan. Der Putsch wurde letztendlich verhindert, stellt aber die NATO vor große Herausforderungen. Besonders wie man zukünftig mit dem anscheinend labilen Partner Türkei umgehen kann oder soll, wird bei der NATO sicherlich stark diskutiert werden.

Zwischenfälle auf Stützpunkt der Bundeswehr

Auf dem NATO-Stützpunkt Incirlik wurde am Samstag die Stromversorgung unterbrochen. Inweiweit dies mit dem Putschversuch in der Türkei zusammenhängt ist noch unklar, aber wohl sehr wahrscheinlich. Der komplette Flugverkehr von der wichtigsten Basis der Luftangriffe gegen die IS-Terrormiliz musst dabei eingestellt werden. Dazu wurde auch die Sicherheitsstufe der stationierten Bundeswehrsoldaten (240) und der US-Truppen (1000) erhöht. Aus dem Bundesverteidigungsministerium hieß es: „eine routinemäßige, vorsorgliche Erhöhung der Bereitschaftsstufe zum Schutz der Soldaten“.

Brisant: auf dem Stützpunkt lagern wohl auch eine unbekannte Anzahl von US-Atomsprengköpfen.

Laut Medienberichten wurde bei den Razzien in Incirlik auch der Kommandeur der Luftwaffenbasis, General Bekir Ercan, und mehrere Soldaten festgenommen. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass es einen Versuch gab, auch in Incirlik zu putschen, wurden aber bisher nicht bekannt.

Der Flugverkehr und die Angriffe gegen IS sollen diesen Montag wieder aufgenommen werden.